Die Stelle des schärfsten Sehens

//Die Stelle des schärfsten Sehens

Die Stelle des schärfsten Sehens

Die Fovea centralis (lateinisch für „mittige Grube“) liegt im Zentrum des sogenannten Gelben Flecks (Macula lutea).

Die Fovea centralis eines erwachsenen Menschen hat einen Durchmesser von circa 1,5 mm. Dieser Bereich der Retina enthält keine Stäbchen, deren Aufgabe es ist, das Dämmerungssehen möglich zu machen. Sie enthält ausschließlich Zapfen als Lichtrezepturen zur Farbwahrnehmung. Die Zapfenzellen der Fovea sind besonders schlank gebaut und hier recht eng angeordnet.

Durch Körper-, Kopf- und Augenbewegungen wird das interessante Objekt in der Regel so in den Blick genommen und vom Auge fixiert, dass die Bilder im Auge genau auf der Fovea centralis ankommen. Aufgrund fehlender Stäbchenzellen und der damit verbundenen Unfähigkeit, bei schlechten Lichtverhältnissen feinere Strukturen wahrzunehmen, fällt es uns beispielsweise schwer, bei fortschreitender Dauer einen Text zu lesen. Mit zunehmender Dunkelheit können dann wohl auch die weniger hellen Sterne gesehen, die jedoch nicht farbig erkannt werden.

Im zentralen Bereich der Fovea ist die Schaltung so, dass jeder Zapfen einzeln für sich steht, also im Verhältnis 1:1:1 ohne Konvergenz. Das rezeptive Feld einer Ganglienzelle im System ist damit minimal. Dadurch wird in der Fovea centralis das höchste Auflösungsvermögen und somit die größte Sehschärfe (Visus) erreicht. Die übrigen Areale der Netzhaut dienen dem peripheren Sehen. In diesem System sind dann jeweils viele Rezeptoren über mehrere bipolare Zellen auf eine Ganglienzelle verschaltet. Infolge der starken Konvergenz ist die Lichtempfindlichkeit höher, doch die Auflösung geringer. Diese Zusammenschaltung liefert so einen unscharfen Gesamteindruck, indem Objekte weniger durch ihre Umrisse als durch Bewegung auffallen.

Die eigentlichen Bilder des Sehens entstehen aber weder auf der Netzhaut noch in umschriebenen visuellen Zentren des Gehirns. Erst zusammen mit gewonnenen Erinnerungsbildern und damit verknüpften Assoziationen können die vielen einzelnen Seheindrücke beider Systeme verzögerungsfrei zu einer kohärenten Wahrnehmung verarbeitet werden.

2018-08-29T11:35:36+00:00 März 21st, 2018|Lasik Blog|