Optische Täuschungen -ein Erklärungsmodell-

//Optische Täuschungen -ein Erklärungsmodell-

Optische Täuschungen -ein Erklärungsmodell-

Um eine optische Täuschung erklären zu können hat der Amerikaner Mark Changizi die Theorie aufgestellt, das eine optische Täuschung wie ein „Blick in die Zukunft“ ist, dass das Auge jede Sekunde durchführt. Die Umwelt wird durch das Licht das ins Auge fällt auf der Netzhaut projiziert und dann durch die Lichtrezeptoren an den Sehnerv über die Sehhöcker ans Gehirn weitergeleitet und dort umgewandelt in ein deutliches Bild. Jedoch ist da nur ein kleiner Abschnitt der Netzhaut daran beteiligt. Bewegungen, also visuelle Szenen, werden durch gezielte Augenbewegungen mit verfolgt. Diese nennen sich Willkürsakkaden. Die dadurch entstehenden unscharfen Bilder kann das Gehirn ohne das es uns bewusst ist ausblenden. Diese komplette Wahrnehmung der Umwelt gelangen die Impulse über einen Teil des Thalamus in das primäre Sehzentrum am Hinterhauptspol.

Hier bereits kommen nur noch 10% der Nervenfasern vom Auge an und es findet eine essentielle Vorverarbeitung der Signale aufgrund von biologischen Parametern und Vorerfahrungen statt. Das Gehirn ist in der Lage trotz schwacher Signale dann ein visuelles Geschehen zu erfassen und zu repräsentieren. Das dieser Mechanismus besonders störanfällig ist verdeutlichen die optischen Täuschungen. Das Gehirn arbeitet also schon weiter in die Zukunft aus Erfahrung wie eine Bewegung zum Beispiel weiter fortfahren kann und errechnet aufgrund dessen die zu erwartende Veränderung und berechnet dadurch die Umgebung neu.

Die reale Position jedoch verändert sich nicht und schon ist eine optische Täuschung entstanden. Mit diesem theoretischen Modellmuster lassen sich bis zu 50 Täuschungen erklären. Im Alltag unterliegen wir den optischen Täuschungen bedingt durch die natürliche und wissenschaftlich-technische Welt viel häufiger als es uns bewusst ist. Das beste Beispiel ist, wenn wir uns einen Film anschauen. Die bewegten Bilder sind im Grunde viele hintereinander geschaltete Standbilder also Einzelbilder, die in einer gewissen Geschwindigkeit ausgetauscht werden gegen ein neues Folgeeinzelbild. Ab einer gewissen Geschwindigkeit kann das menschliche Auge dann keine einzelnen Bilder mehr wahrnehmen und produziert so eine Bewegung. Auch manche Kunstrichtungen bedienen sich dem Phänomen der optischen Täuschung. Die optische Täuschung wird z.B. in der illusionistischen Malerei mittels Trompe-l’œil-Technik herbeigeführt und lässt Räume größer erscheinen.

2018-04-29T01:46:30+00:00 Februar 27th, 2018|Lasik Blog|