Klingenlose Präzisions-LASIK

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Klingenlose Präzisions-LASIK

Bei der klingenlosen LASIK oder All-Laser-LASIK wurden die mechanischen Schneideinstrumente (Mikrokeratom), die bei der konventionellen LASIK genutzt werden, durch Laser ersetzt.

Bei der klingenlosen LASIK werden 2 Arten von Laser verwendet:

  • Femtosekunden-Laser:  Dieser Laser nutzt Laser-Energie, um präzise einen dünnen, aufklappbaren Flap zu schneiden, der dann temporär von der Oberfläche der Augen (Hornhaut) angehoben wird.
  • Excimerlaser: Die Energie von diesem Laser wirkt auf die neu freigelegte Augenoberfläche. Dann wird Gewebe entfernt, um die Form der Hornhaut zu verändern.

Bei allen LASIK-Verfahren, eingeschlossen die klingenlose, wird der Flap danach in die ursprüngliche Position zurückgebracht und dient dort als eine Art natürlicher „Verband“ für eine bessere Heilung.

Wenn die Hornhaut im Anschluss an die LASIK neu geformt ist, sollte das Auge Lichtstrahlen besser auf die Netzhaut fokussieren können, was zu einer deutlich besseren Sehstärke führt.

Die klingenlose LASIK sowie diejenige mit Nutzung eines Mikrokeratoms erzielen gute Ergebnisse mit wenigen Komplikationen. Dies wurde in klinischen Studien bestätigt, was zur Zulassung beider Verfahren durch die FDA führte.

Arten der klingenlosen LASIK

Der erste Femtosekunden-Laser für die klingenlose LASIK in den Vereinigten Staaten war der IntraLase-Laser, welcher 2001 durch die FDA zugelassen wurde. IntraLase Inc. führte später mehrere neue Modelle mit verbesserten Funktionen ein.

Der IntraLase-Femtosekunden-Laser kann in Kombination mit jedem anderen zugelassenen Excimerlaser für die klingenlose LASIK verwendet werden.

Andere klingenlose Lasersysteme sind zum Beispiel:

  • Der mobile Femtosekunden-Laser von Ziemer Ophthalmic Systems, Ziemer Femto LDV genannt, wurde im März 2008 von der FDA zugelassen. Dieser Femtosekunden-Laser wird an einen beweglichen Arm angebracht und kann mit jedem zugelassenen Excimerlaser-System kombiniert werden, um einen Flap für die klingenlose LASIK zu schneiden.
  • Dieser Femtosekunden-Laser von 20/10 Perfect Vision wurde 2004 von der FDA zugelassen und kann auch mit jedem zugelassenen Excimerlaser für das klingenlose LASIK-Verfahren kombiniert werden.
  • Das VisuMaxFemtosekunden-Laser-System, welches 2007 von der FDA zugelassen wurde, wird meistens mit dem Carls Zeiss Meditec Mel 80-Excimerlaser kombiniert. Der Mel 80 wurde 2006 von der FDA zugelassen.

Komplikationen: mit Klinge und klingenlos

Bei der LASIK gibt es nur relativ wenige Komplikationen, manchmal werden diese in Verbindung mit der Klinge gebracht, die mit dem traditionellen Mikrokeratom genutzt wird. Metallklingen können unebene Flap-Ränder verursachen. Dies kann zu einer unregelmäßigen Hornhautoberfläche und Sehstörungen wie einem irregulären Astigmatismus führen.

Beste Kandidaten

geringe/moderate Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und/oder Astigmatismus, hinreichende Hornhautdicke

  • Dauer des Vorgangs: ungefähr 10 Minuten pro Auge
  • Übliche Ergebnisse: 100%ige Sehkraft ohne Brille oder Kontaktlinsen
  • Heilungszeit: ein paar Tage bis einige Wochen bis sich die Sehkraft stabilisiert hat

Metallklingen stehen auch in Verbindung mit unvollständigen oder nicht richtig geformten „Knopfloch“-Flaps, die Augenlicht gefährdende Narben verursachen können. Viele Augenärzte berichten, dass diese Art von Komplikationen weniger häufig bei Flaps auftreten, die mittels Laser geschnitten wurden.

Als eine Alternative zum Mikrokeratom wird der Flap bei der klingenlosen LASIK durch Infrarot-Laser-Energie geschnitten. Durch diese Laser-Energie entstehen sehr kleine, überlappende Zwischenräume genau unter der Hornhautoberfläche.

Der Femtosekunden-Laser, der beim klingenlosen LASIK-Verfahren genutzt wird, arbeitet mit extrem hoher Geschwindigkeit (Impulse von einem Quadrillionstel einer Sekunde). Dadurch wird das Gewebe ohne Wärme oder Einfluss auf das umliegende Gewebe auf molekularem Level geteilt.

Einige Studien belegen, dass bei der klingenlosen LASIK deutlich weniger Komplikationen auftreten. Aber Augenärzte haben postoperative Komplikationen feststellen können, die mit dem laser-erzeugten Flap zusammenzuhängen scheinen:

  • Eine dieser Komplikationen ist eine höhere Lichtempfindlichkeit wie die Photophobie (Lichtempfindlichkeit kann bei jeder LASIK-Methode auftreten, klingenlos oder nicht.). Dieser Effekt ist nur vorübergehend und verschwindet innerhalb weniger Wochen mit einer Steroid-Behandlung (Augentropfen) und gefährdet die Sehkraft nicht.
  • Eine Studie berichtete von einer zweiten Komplikation, die bei 19 Prozent der Patienten auftrat. Diese nahmen einen Regenbogeneffekt um Lichtquellen wahr. Dieser Effekt ist nur minimal und ist durch neuere Anpassungen zurückgegangen.
  • Die Ergebnisse einer rückblickenden Studie, die im November 2010 im Journal of Cataract and Refractive Surgery veröffentlicht wurde, ergab, dass es bei der klingenlosen LASIK mehr Fälle von DLK (diffuse lamelläre Keratitis) gab, die eine Entzündung unter dem Flap verursachen kann. Aber durch die Verwendung eines Mikrokeratoms traten häufiger Epithel-Defekte an der Augenoberfläche auf.

Bei der klingenlosen LASIK wird mittels Femtosekunden-Laser ein aufklappbarer Flap an der Augenoberfläche geschnitten.

 

Der Kompromiss für mehr Sicherheit bei der LASIK sind höhere Kosten. Normalerweise haben Patienten die Wahl zwischen dem Schneiden des Flaps mit einer Klinge oder mit der teureren Lasertechnologie.

Trotzdem wird die klingenlose LASIK bei den Operateuren immer beliebter.

Wie die klingenlose LASIK funktioniert

Der Augenarzt verwendet Computer-Software, um den Laserstrahl des Femtosekunden-Lasers zu führen. Dieser fügt eine Reihe von winzigen Bläschen in die zentrale Schicht der Hornhaut ein. Der daraus resultierende Hornhaut-Flap wurde mit einer Tiefe und einem Durchmesser geschnitten, die vom Augenarzt vorher genau festgelegt wurden.

Wie auch bei der Benutzung eines mechanischen Mikrokeratoms wird ein kleiner Bereich des Gewebes an einer Ecke nicht geschnitten. Dadurch kann der Arzt den Flap zurückklappen, um die Hornhaut zu erreichen und neu zu formen.

Die klingenlose LASIK und die LASIK mit Hilfe einer Klinge im Vergleich

Durch die klingenlose LASIK können auch Patienten geeignet sein, die vorher wegen Ihrer dünnen Hornhaut für eine OP nicht in Frage kamen. Die meisten Menschen haben eine Hornhautdicke von 500 bis 600 µm. Um die Stabilität der Hornhaut zu erhalten und ernste Komplikationen zu vermeiden, ist es das Ziel der Ärzte, so viel Hornhautdicke wie möglich unter dem Flap zu erhalten. Das bedeutet im Allgemeinen, dass ein dünnerer Hornhaut-Flap besser ist, weil dadurch viel mehr Hornhautgewebe unter dem Flap für die Behandlung erhalten bleibt.

Mit den meisten Mikrokeratomen konnte man Flaps schneiden, die zwischen 140 und 180 µm dick waren. Mit dem Femtosekunden-Laser jedoch ist es möglich, Flaps mit einer Dicke von nur 100 µm zu schneiden. Deswegen hatte die klingenlose LASIK zuerst einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Mikrokeratom in Bezug auf die Möglichkeit, dünnere Flaps zu schneiden. Somit konnte bei Patienten, die vorher nicht für die konventionelle LASIK geeignet waren, weil Ihre Hornhaut dünner als üblich war, sicher eine All-Laser-LASIK durchgeführt werden.

Refraktive Chirurgen erklären auch, dass die PRK eine Option für Patienten mit dünner Hornhaut ist, weil bei diesem Verfahren kein Flap geschnitten wird. Stattdessen wird die Oberfläche des Auges direkt mit dem Excimerlaser umgeformt.

In einigen Fällen können durch die klingenlose LASIK weniger Komplikationen auftreten. Der Femtosekunden-Laser kann Hornhaut-Flaps mit genaueren Kanten schneiden im Gegensatz zu den Kanten mittels Mikrokeratom, welche schneller reißen können.

Einige potentielle LASIK-Komplikationen können mit dem All-Laser-Flap vermieden werden. Aber das Verfahren mittels Mikrokeratom kostet weniger.

Der Laser kann Flaps auch mit einer größeren Genauigkeit schneiden. Parameter wie der Winkel des Randschnittes und die Größe des Flaps können mit dem Laser angepasst werden, nicht jedoch mit dem Mikrokeratom. Das Verfahren mit dem Laser erlaubt es dem Arzt, einen individuelleren Flap für den Patienten zu schneiden.

Dieser Unterschied in der Struktur des Flaps kann auch die Anhaftung dessen verbessern und die Wahrscheinlichkeit reduzieren, dass die Zellen von der Oberfläche der Hornhaut unter den Flap wachsen und somit den Flap anheben können (Einwachsen des Epithels). Dies kann eine unebene Hornhautfläche mit Sehfehlern zur Folge haben.

Viele Ärzte denken, dass einige Mikrokeratom-Flaps noch Jahre nach der Operation sich leicht anheben können und sich nicht fest mit der Hornhaut verbinden.

Bestimmte Komplikationen in Verbindung mit dem Flap können vermieden werden. Komplikationen wie der sogenannte „Knopfloch“, der in Verbindung mit der Benutzung eines Mikrokeratoms steht, kann durch einen Femtosekunden-Laser vermieden werden.

Bei der Flap-Erstellung mit dem Femtosekunden-Laser ist die Infektionsgefahr geringer als bei einer Flap-Erstellung ohne, weil dabei der Tränenfilm und somit andere Verunreinigungen nicht unter den Flap gezogen werden können.

Es kann eine vorübergehende Rötung der Augen entstehen. Bei der All-Laser-LASIK wird heutzutage ein Saugring mit geringem Vakuum verwendet im Gegensatz zum höheren Vakuum, das bei der Nutzung des Mikrokeratoms verwendet wird. Die neuesten Femtosekunden-Laser können einen Flap in ungefähr 10 Sekunden schneiden, bei einem Laser mit einer älteren Technologie kann dies jedoch bis zu einer Minute dauern.

Die Dauer, in der der Saugring auf dem Auge bleibt, kann die Wahrscheinlichkeit bei allen Arten der LASIK erhöhen, dass oberflächliche Blutungen (subkonjunktivale Blutungen) im weißen Bereich des Auges entstehen.

Diese temporären Blutungen gefährden die Sehkraft nicht. Dies ist ein rein kosmetisches Problem und geht innerhalb von ungefähr 3 Wochen von selbst zurück, wenn die Rötung überhaupt auftritt.

Wie ist der Ablauf nach der klingenlosen LASIK-Behandlung?

Die Heilungszeit ist ähnlich der bei der traditionellen LASIK. Nach der Operation berichten einige Patienten (wie bei der traditionellen LASIK), dass sie bis zu 2 Tage lang Reizungen im Auge fühlen.

Studien haben belegt, dass bei einer klingenlosen Behandlung die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass trockene Augen nach der LASIK auftreten. Nach einer klingenlosen LASIK müssen seltener Nachbesserungen durchgeführt werden.

Wenn Sie noch immer offene Fragen zur klingenlosen LASIK haben, können Sie diese noch tiefgründiger mit dem Augenarzt besprechen.

2018-10-24T12:49:31+00:00 April 9th, 2018|LASIK|